Das Interview wurde mit Reiner Köttgen, dem zweiten Vorstandsvorsitzenden des MTV Ludwigsburg und zuständig für den Bereich Veranstaltungen, sowie mit Frank Schwahn, dem Schatzmeister des MTV Ludwigsburg, geführt, der als Gast an der Veranstaltung teilnahm.

1. Der Frühjahrsempfang wurde in diesem Jahr in einem neuen Format gestaltet. Was war der Impuls, den klassischen Empfang weiterzuentwickeln und eine Keynote mit anschließender Podiumsrunde zu etablieren?

Reiner: „In diesem Jahr haben wir zum fünften Mal zum Frühjahrsempfang eingeladen. Veranstaltungen wie diese leben davon, dass man sie weiterentwickelt. Von Anfang an war es die Intension, regionale Wirtschaft und Gewerbe, die lokale Politik mit uns im Sport ins Gespräch zu bringen. Um diesem Ziel noch mehr Qualität zu geben, haben wir ein übergreifendes Thema für den diesjährigen Frühjahrsempfang gesetzt und mit einer Keynote Speakerin und einer Podiumsdiskussion zum gemeinsamen Nachdenken über eine wertvolle Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Sport eingeladen.“

2. Frank, du hast den Frühjahrsempfang als Gast erlebt. Wie war dein erster Eindruck vom neuen Format mit Keynote und Podiumsdiskussion?

Frank: „Grundsätzlich finde ich die Idee mit Keynote und Podiumsdiskussion sehr gut. Es gibt dem ganzen Abend ein neues Gesicht, ermöglicht allen einen lockeren und informativen Einstieg in die Veranstaltung.“

3. Der Leitgedanke lautete „Haltung zahlt sich aus“. Warum habt ihr euch bewusst für dieses Thema entschieden – und welche Zielsetzung stand dahinter?

Reiner: „Haltung und Werte spielen in der Wirtschaft eine immer größere Rolle. Z.B. schaut sich ein potenzieller Bewerber auf eine Arbeitsstelle nicht mehr nur die Leistung und den Umsatz des Unternehmens an, sondern auch welche Werte verfolgt dieses Unternehmen, welche Haltung nimmt es ein. Gerade der Vereinssport ist eine hervorragende Schule für Haltung und Werte, Fairplay und Zusammenhalt im Team, Leistungsträger z.B. im Teamsport motivieren Leistungsschwächere und nehmen sie mit zu einem gemeinsamen Erfolg. Diese Qualität des Sports fördert einerseits Softskills, von denen Arbeitgeber profitieren, andererseits können Unternehmen durch Unterstützung des Sports diesen mit ihren eigenen Werten und Haltung fördern.“

4. In der Podiumsrunde ging es um Werte, Haltung und regionale Verantwortung. Wie hast du die Diskussion erlebt – gab es einen Gedanken, der dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Frank: „Die Verständlichkeit der Podiumsdiskussion war teilweise eingeschränkt und der akustischen Qualität der Anlage geschuldet. Hier gibt es noch etwas Potential nach oben. Trotzdem war der Austausch der Diskussionsteilnehmer sehr interessant und gewährte Einblicke in deren geschäftlichen und beruflichen Alltag, insbesondere die Gedanken der Teilnehmer auf dem Podium zum Zusammenspiel zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen „Playern“, also die gemeinsamen Interessen von Wirtschaftsvertretern, Bevölkerung, Vereinen und sonstigen gesellschaftlichen Gruppen.“

5. Welche Impulse oder Rückmeldungen aus den Gesprächen und der Podiumsrunde nimmst du für die zukünftige Vereinsarbeit mit?

Reiner: „Zwei Erkenntnisse nehme ich mit: Engagement der regionalen Unternehmen vor Ort zahlt sich für beide Seiten aus. Dieses sieht sicherlich anders aus als bei einem großen Label, in denen Sportler zu Markenbotschaftern werden. Aber es gibt die lokale und regionale Sichtbarkeit, wie in der Podiumsdiskussion deutlich wurde, die auch wirkt.

Der andere Aspekt ist mehr aus der Brille des Veranstalters dieses überarbeiteten Frühjahrsempfangs: Der Zuspruch für das inspirierende neue Format war groß. Wir werden sicher daran auch in den kommenden Jahren anknüpfen, natürlich auch weiterentwickeln und mit spannenden Themen unsere Gäste unterhalten und zum Nachdenken oder gar zum Handeln einladen.“

6. Was nimmst du persönlich aus diesem Abend mit – und was macht aus deiner Sicht den besonderen Wert solcher Veranstaltungsformate aus?

Frank: „Persönlich nehme ich aus dieser Veranstaltung den direkten ungezwungenen Austausch mit verschiedensten Vertretern aus ganz unterschiedlichen Bereichen mit. Diese Gespräche in angenehmer und lockerer Atmosphäre bilden meiner Ansicht nach den Kern eines solchen Abends. Man lernt sich kennen oder freut sich mal wieder „alte“ Bekannte zu treffen. So kann man Gruppen zusammenbringen, und findet im besten Fall gemeinsame Interessen, die sich vielleicht auch in konkrete Projekte umsetzen lassen.“